Tagesarchiv für den 09.08.2009

Its a You tube Sunday!

Take a look at these two videos from Jim Rogers. The first one tears down CNBC. I love it:



Jim's latest thoughts on the economy:

Die Finanz- und Wirtschaftskrise führt bereits den 19. Monat in Folge zu einem drastischen Stellenabbau in den USA! Im Juli 2009 belief sich die Anzahl des vom Bureau of Labor Statistics (BLS) gemeldeten Stellenabbaus auf saisonbereinigte -247'000 Jobs, nach revidierten -443'000 abgebauten Stellen im Juni. Immerhin, der Stellenabbau fällt im Juli auf den niedrigsten Stand seit August 2008.

> Im Chart der Stellenaufbau/abbau seit Januar 1985. Die Non-Farm Payroll Employments messen die Anzahl der Stellen in mehr als 500 Wirtschaftszweigen der USA, ausgenommen ist die Landwirtschaft. <

Der Stellenabbau kumuliert sich auf gewaltige 6,664 Millionen verlorene Jobs seit Januar 2008! So eine drastische Negativserie hat es seit Beginn der Datenerhebung durch das Bureau of Labor Statistics im Jahre 1939 noch nicht gegeben!

Die Arbeitslosenquote U-3 sinkt im Juli auf 9,4%, nach dem 26-Jahreshoch im Juni mit 9,5%! Hinter der Arbeitslosenquote von 9,4% verbergen sich saisonbereinigte (seasonal adjusted, SA) 14,462 Millionen offiziell registrierte Arbeitslose, deren Anzahl sank um -267'000 zum Vormonat!

> Die US-Arbeitslosenquote seit 1948. Im Juli 2009 liegt die Arbeitslosenquote U-3 bei 9,4% nach 9,5% im Vormonat und 5,8% im Juli 2008! Quelle Daten: Stlouisfed.org <

> Die 14,462 Millionen Arbeitnehmer ohne Job markieren, von der Anzahl her, den zweithöchsten Stand an Arbeitslosen, nach dem Juni 2009, seit Beginn der Datenerhebungen im Jahr 1939 in den USA! Der Langfristchart seit 1948! <

> Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als 27 Wochen keinen Job haben, markiert im Juli mit 4,965 Millionen ein neues Allzeithoch. <

> Im Vergleich zu den Langzeitarbeitslosen gibt es bei den kürzeren Arbeitslosenzeiträumen erste Verbesserungen, siehe Chart. <

Alleine die Langfristcharts von Arbeitslosenquote, Arbeitslosenzahl sowie die Anzahl der Langzeitarbeitslosen (alles U-3) zeigen noch deutlich, dass es noch keinen wirklichen Grund für eine Entspannung am US-Arbeitsmarkt gibt! Im Juli kommen bei den veröffentlichten Daten noch einige Ungereimtheiten dazu. Die Diskrepanz zwischen den nicht saisonbereinigten (not seasonal adjusted, NSA) und den saisonbereinigten (seasonal adjusted, SA) Daten steigt an. Die unbereinigte Arbeitslosenquote U-3 liegt bei 9,7% (NSA) bzw. 15,201 Millionen und die saisonbereinigten Daten (SA) liegen bei 9,4% bzw. 14,462 Millionen Arbeitslosen!

Eine weitere Besonderheit, die Anzahl der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte (Civilian Labor Force) sinkt im Juli - passend oder passend gemacht - um kräftige -422'000 auf 154,504 Millionen! Dies ist relevant, denn dies ist die Bezugsgröße von der, zusammen mit der Anzahl der Arbeitslosen, die Arbeitslosenquote ermittelt wird. Sinkt also die Anzahl der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte, wirkt sich dies unmittelbar positiv auf die ermittelte Arbeitslosenquote aus. Noch fragwürdiger und intransparenter ist der sehr hohe Anstieg von +637'000 Arbeitskräften die dem Arbeitsmarkt (Not in Labor Force) angeblich im Juli nicht mehr zur Verfügung standen! Nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung und damit für die Ermittlung der offiziellen Arbeitslosenquote nicht relevant, waren im Juli ingesamt 81,366 Millionen Personen!

Diese Daten, die Erwerbsfähigen, der Stand der Beschäftigung, die Arbeitslosen, die Arbeitslosenquote, sowie die Zahl der Nichterwerbsfähigen (Household Data), werden an Hand einer vielleicht doch etwas fragwürdigen Umfrage des Census Bureaus bei 60'000 Haushalten für das Bureau of Labor Statistics (BLS) ermittelt!

> Deutlicher macht es dieser Chart seit 1948. Er zeigt das Verhältnis der Beschäftigten zur Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter. Im Juli sinkt das Verhältnis auf 59,4%, auf den tiefsten Stand seit April 1984! Der Durchschnitt des Ratios zwischen dem Jahr 2000 bis 2008 lag bei 62,93%! <

Wenn man die Bezugsgröße wie das Civilian Labor Force (dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende Arbeitskräfte) senkt, erhält man zwar eine bessere Arbeitslosenquote, dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Anzahl der Beschäftigten (140,041 Mio.) in der Relation zur Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter ab 16 Jahre (235,870 Millionen aus: Civilian Labor Force+Not in Labour Force) auf nur noch 59,4% sinkt. Zur Gesamtbevölkerung (307,226 Mio.) beträgt das Verhältnis sogar nur 45,6%!

Die Daten zum Stellenaufbau/abbau (Establishment Data) über alle Teilbereiche außer der Landwirtschaft werden hingegen bei den Unternehmen direkt von der BLS abgefragt. Die Daten zur Beschäftigung der abgefragten Unternehmen reflektieren immerhin ein Drittel der lohnabhängigen Beschäftigten.

Auf Grund des Absinkens der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte sinkt auch die breiter gefasste Arbeitslosenquote U-6. Diese Daten sind die eigentlich interessanten, denn in der Arbeitslosen-Rubrik U-6 erscheinen zusätzlich die Arbeitnehmer in Teilzeit, welche aber einen Vollzeitarbeitsplatz suchen (8,798 Millionen, saisonbereinigt), die marginal und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer (2,282 Millionen im Juli nicht saisonbereingt) und die sogenannten entmutigten Arbeitnehmer (Discouraged Workers, 796'000, nicht saisonbereinigt), welche nicht nachgewiesener Weise einen Arbeitsplatz im 1-Monats-Erhebungszeitraum suchten.

> Die saisonbereinigten Arbeitnehmer in Teilzeit, welche aber einen Vollzeitarbeitsplatz suchen, sanken im Juli um -191'000 auf noch 8,798 Millionen! Im Chart die Daten seit Januar 1978. <

> Die nicht saisonbereinigte Anzahl der marginal und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer steigt um +106'000 auf 2,282 Millionen im Juli weiter an. Die Daten seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1994. <

> Auch die Anzahl der nicht saisonbereinigten, sogenannten entmutigten Arbeitnehmer, welche nicht nachgewiesener Weise einen Arbeitsplatz im 1-Monats-Erhebungszeitraum suchten, steigt weiter leicht an, um +3'000 auf 796'000. <

Diese Daten zusammen mit den Arbeitslosen aus U-3 ergeben die Quote U-6:

> Zum Vergrößern bitte die Tabelle anklicken. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote U-6 beträgt also 16,3% (siehe Tabelle rechts unten), nach 16,5% im Vormonat und 10,4% im Vorjahresmonat! Quelle: PDF BLS Tabelle Seite 19 <

> Die Entwicklung der US-Arbeitslosenquote U-6 seit Januar 1994, der Beginn der Datenerhebung. <

Saisonbereinigte Daten machen bei den Arbeitslosendaten nur bedingt Sinn. Man kann zwar saisonale Effekte darstellen, dies ändert jedoch nichts an den absoluten Arbeitslosenzahlen. Bei U-6 stellen sich diese wie folgt dar:
U-3 (NSA) 15,201 Mio.
Part Time for Economic Reasons (NSA) 9,103 Mio.
Marginally Attached to Labor Force (NSA) 2,282 Mio.
Discouraged Workers (NSA) 0,796 Mio.
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Die gesamten nicht saisonbereinigten Arbeitslosen und Erwerbsfähigen ohne adäquaten Job, betragen gewaltige 27,382 Millionen (NSA)!

Aber auch diese miesen Arbeitslosenzahlen sind geschönt, denn die entmutigten Arbeitnehmer, welche auf Grund fehlender Jobs aufgegeben haben und seit einem Jahr nicht mehr nachgewiesener Weise einen Arbeitsplatz suchen, entfallen seit der Clinton-Ära komplett auch aus der Arbeitslosenstatistik U-6

John Williams von Shadow Government Statistics (SGS) bereinigt die heutigen Arbeitslosenzahlen U-6 um die offiziell vorgenommenen statistischen Veränderungen bei der Datenerhebung der entmutigten Arbeitnehmer! Unfassbare 20,6% bzw. knapp 32 Millionen Erwerbslose, so das Ergebnis von Williams auch im Juli!

> Rot, die offizielle Statistik U-3, grün, Level U-6 mit entmutigte Arbeitnehmern, blau, die alternative Berechnung von SGS! Quelle Chart: Shadowstats.com <

Monat für Monat werden laut offiziellem Arbeitsmarktbericht neue Tiefs bei den Industriearbeitsplätzen markiert! Nur noch saisonbereinigte 11,817 Millionen Arbeitsplätze bestehen in der Industrie, ein Minus von weiteren -52'000 im Vergleich zum Vormonat. Dies entspricht einem Anteil der Industriearbeitsplätze von nur noch 7,65% an allen, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräften in Höhe von 154,504 Millionen! Der permanente Abbau ist Zeichen einer selbstzerstörerischen Deindustriealisierung!

> Mit der Anzahl der Industriejobs geht es seit dem Jahr 2000 stetig bergab! Im Juli 2009 sind nur noch saisonbereinigte 11,817 Millionen Arbeitnehmer im verarbeitenden Gewerbe (Manufacturing) beschäftigt. Die Industriejobs sind auf dem tiefsten Stand seit April 1941! Quelle Daten: Data.bls.gov <

Die Industriearbeitsplätze nehmen nicht nur in absoluten Zahlen ab, sondern auch im Verhältnis zu den steigenden Beschäftigungszahlen, welche aus dem Bevölkerungsanstieg in den USA auf 307,226 Millionen Einwohner im Juli 2009 resultieren. 1970 (204 Millionen Einwohner) waren 25,8% aller dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehenden Arbeitskräfte in der Industrieproduktion beschäftigt, im Juni 2009 waren es nur noch 7,65%! Wertschöpfung aus Arbeit in der industriellen Produktion und die Einkommen daraus, sind ein klares Auslaufmodell.

Das Bureau of Labor Statistics hat auch weiter die nicht saisonbereinigten Arbeitsmarktdaten mit Hilfe des Net Birth/Death Model geschönt! Das Net Birth/Death Model schätzt die neugegründeten Firmen und deren Beschäftigungszahlen. Unlogischerweise gehen die Statistiker davon aus, dass viele neue Unternehmen entstehen, je mehr alte liquidiert werden. Eine lächerliche Annahme in einem so dramatischen Konjunkturabschwung! Die dazu gedichteten Stellen auf Grund dieser statistischen Annahme betrugen im Juli 2009 allerdings moderate 32‘000, nach 185'000 im Juni! Das Net Birth/Death Model fließt in den nicht saisonbereinigten Stellenaufbau/abbau mit ein.

> Die Komiker von der BLS vermuten im größten wirtschaftlichen Abschwung aller Zeiten in den ersten 7 Monaten 2009 gewaltige kumulierte +555'000 neue Jobs in neu geründeten Unternehmen! <

Präsident Obama und sein der Finanzwelt nahe stehender Apparat haben keinen New Deal für Jobs und Einkommen organisiert, sondern nur ein unhaltbares Finanzsystem mit Steuergeldern und ungedeckten Schecks vorrübergehend stabilisiert. Die Finanzmarktakteure waren jedoch diejenigen, die mit einer exzessiven kreditgetriebenen Spekulationswut die Finanz- und Wirtschaftskrise erst ausgelöst haben! Noch nie in der Geschichte haben Staat und Notenbank solch gewaltige Summen verblasen und damit einen so dürftigen Effekt am Arbeitsmarkt erzielt.

Anhand des umfangreichen Datencocktails lässt sich weiterhin keine Trendwende am US-Arbeitsmarkt erkennen, nur eine Abschwächung des Abwärtstrends. Gerade zu schön ist es zu beobachten, wie auf Grund dieser Daten, die im Mainstream zu positiven Arbeitsmarktdaten hochstilisiert wurden, der US-Dollar zum Höhenflug ansetzte und die Aktienmärkte weiter stark anstiegen. Dies zeigt mal wieder - Analyse und Spekulation sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge.

Quelle Daten: Arbeitsmarktbericht Juli 2009, Bls.gov, detailierte Datenreihen, Stlouisfed.org

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