11.08.2009
“China’s Exporte mit -23% im Juli”
Die Exporte brachen um saisonbereinigte -23% zum Vorjahresmonat weg, auf ein Volumen von 105,42 Mrd. Dollar, nach dem Exporthoch von 136,7 Mrd. Dollar im Juli 2008! Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Exporte allerdings um +10,5% an! Dies erklärt sich aber damit, dass der Juli ein starker Monat für Exporte ist. Im Jahr 2008 stiegen im Juli die Exporte ebenfalls, um +12,8% zum Vormonat.
> Die prozentuale Veränderung des Exportvolumens im Vergleich zum Vorjahresmonat. Seit November 2008 geht es mit den Exportraten abwärts. Damit endete eine 7 Jahre andauernde Expansion im Export auf Monatsbasis. Im Mai 2009 wurde der vorläufige Tiefpunkt bei der Schrumpfung des Exportvolumens mit -26,4% markiert. Quelle Daten: Mofcom.gov.cn <
> Betrachtet man den Chart mit dem Exportvolumen in Mrd. Dollar, könnte man allerdings beinahe eine V-förmige Erholung erkennen. Das Hoch beim Exportvolumen wurde im Juli 2008 mit 136,6 Mrd. Dollar markiert! Das Tief im Februar 2009 mit 65 Mrd. Dollar. <
Die Exporte in die USA schrumpften im Juli um -16,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat, die in die EU um -20,7%, nach Deutschland um -14,8% und in die ASEAN-Staaten um -22,4%.
Die Importe stiegen um +8,7% zum Vormonat, auf 94,791 Mrd. Dollar, nach 87,16 Mrd. Dollar im Juni 2009. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fallen die Importe noch um -14,9%!
Der Handelsbilanzüberschuss steigt auf 10,63 Mrd. Dollar, nach dem geringsten Überschuss seit 2 Jahren im Juni mit 8,25 Mrd. Dollar.
Bei einigen Rohstoffen zog das Importvolumen auch im Juli weiter an. Die Eisenerzimporte stiegen im Juli um +5% auf 58,1 Mio. Tonnen gegenüber dem Vormonat und +31,8% zum Vorjahresmonat. Rohölimporte stiegen sogar um +18% zum Vormonat auf 19,63 Millionen metrische Tonnen (4,6 Mio. Barrel täglich). Insgesamt kaufte China im Juli an den Weltmärkten Rohstoffe im Wert von 13,8 Mrd. Dollar ein. Ob der Verbrauch wirklich so stark steigt oder man einfach wertlose Dollar in werthaltige reale Rohstoffe tauscht und damit gleichzeitig die Lager füllt bleibt auch weiterhin die Frage.
Das chinesische staatliche Konjunkturpaket in Höhe von 4 Billionen Yuan bzw. 585 Mrd. Dollar fließt direkt in die reale Wirtschaft vor allem in die Infrastruktur und nicht in die Stützung des Finanzsystems! Dies belegen u.a. auch die Daten der Investitionen in Sachanlagen, wie etwa Fabriken und Immobilien im städtischen Bereich, welche in den ersten 7 Monaten 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um +32,9% stiegen. Die Industrieproduktion stieg im Juli um +10,8% im Vergleich zum Vorjahresmonat! Allerdings fließen Teile der Kredite in die Spekulation mit Immobilien, Aktien und Rohstoffen!
Neben dem Konjunkturpaket ist der zweite Pfeiler, der die Krise in China bisher abpufferte, die exzessive Kreditvergabe. Hier jedoch wurde im Juli ordentlich auf die Bremse getreten. Um -76,74% schrumpften die vergebenen Kredite zum Vormonat. Dies dürfte sich deutlich negativ auf die künftige Entwicklung der Wirtschaft auswirken!
> Die Kreditvergabe der Banken sinkt im Juli auf 355,9 Mrd. Yuan, nach 1530,4 Mrd. Yuan im Vormonat. <
In den ersten 7 Monaten kumulieren sich die neu vergebenen Kredite auf fulminante 7,7226 Billionen Yuan (1,135 Billionen Dollar)! Dies ist immer noch das 2,7-fache der Kreditvergabe aus dem Vorjahreszeitraum mit 2,827 Billionen Yuan (415 Mrd. Dollar)!
Die Bremsung scheint auch dringend notwendig, denn die bisherige exzessive Kreditvergabe und Geldpolitik feuert nicht nur die reale Wirtschaft an, sondern auch eine Spekulationsblasenbildung am Immobilien- und Aktienmarkt. In den ersten 7 Monaten 2009 stiegen die Immobilienverkäufe in China um +60% zum Vorjahreszeitraum. Der chinesische Aktienmarkt explodierte regelrecht, der Shanghai Composite Index liegt heute mit 3264,7 Punkten um +79,2% über seinem Tief am 31.12.2008 mit 1820,81 Punkten! Die Chinesen versuchen nun mit der Eindämmung der Kreditvergabe auch den rapide steigenden Anteil an faulen Krediten zu verhindern.
Man darf gespannt sein, welche Bremsspuren die verringerte Kreditvergabe an den Konjunkturdaten der nächsten Monate hinterlässt.
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