What is Money? - Teil I: Genesis
Gastbeitrag von FESTAN
Diese Frage ist in akademischen Kreisen hinreichend breitgetreten, aber wenig beantwortet worden. (0) Um die Antwort vorweg zunehmen: Das Geld, das wir heute kennen, sind umlauffähig gemachte Schulden anderer; eine Ausnahme hiervon bilden die Münzen. Letztere werden auch heute noch - in der der Regel vom Staat - durch simple Ausgabe als gesetzliches Zahlungsmittel in Umlauf gebracht. Dieses Geld, das im Grunde nicht an eine metallische Form gebunden ist, "is spend into existence" wie man dort, wo das Gegenteil perfektioniert wurde, treffend sagt. (1)
Die überwältigende Summe dessen, was wir derzeit Geld nennen, kommt jedoch durch einen Verschuldungsakt in die Welt, "it is lend into existence". Dieser Vorgang verlangt nun unsere genaue Aufmerksamkeit: Banken haben das kuriose Privileg (wörtlich: geraubte Recht), die Schulden des Einen in die Forderung des Anderen zu überführen, wofür sie gerade stehen wollen und eine Provision kassieren, die sich als Zins und Gewinn ausweist. Noch exakter gesagt, erzeugen sie aus künftig in Geld zu erwirtschaftenden Gütern und Leistungen gegenwärtig kaufkräftige Mittel, die potentiell nachfragewirksam sind. (2)
Grundsätzlich haben alle Banken - letztlich ihre Eigentümer - die exklusive Macht Forderungen gegen sie in die Welt zu setzen, sie als Zahlungsmittel kursieren zu lassen und - wohl noch wichtiger - sie nach Gusto wieder einzuziehen. Als überstaatliche Vierte Gewalt kontrollieren sie durch Expansion und Kontraktion der Geldvergabe das Wohl und Wehe aller Völker. (3) Wie funktioniert nun dieser Mechanismus, wer kontrolliert ihn schließlich und wer profitiert davon?
Die Geldvergabe vollzieht sich auf zwei Wegen, wobei der erstere zunehmend an Bedeutung gewann, wenngleich im Verborgenen und über Umwege; man nennt es
"Monetisierung von Aktiva". Bei diesem Deal, der dem Monopoly-Spiel zu Grunde liegt, kaufen die Banken - also
Geschäftsbanken und Zentralbank - einfachen einen Vermögensgegenstand (Grundstück, Anteil, Wertpapier) und zahlen mit dem Schuldversprechen ihrer Selbst in Geld zu leisten. (4) Das Versprechen ist eine Kontogutschrift, die der Verkäufer erhält (Einlage); das Geld, mit dem auf Verlangen zu leisten ist, waren früher Silber oder Gold, heute die gesetzlichen Zahlungsmittel (Banknoten und Münzen). Der Glaube an das Versprechen wird - nach Art und Dauer der Einlage - mit Zinsen belohnt, die einfach hochgebucht werden.
Buchhalterisch lässt sich der Vorgang wie folgt darstellen:
Gegen ein Aktivum erzeugt die Bank hier Buchgeld durch eine einfache Kontogutschrift.
Die Bank kann Zinsen leisten, sofern der Preis des Assets stärker steigt, als die Forderung des Verkäufers. Geht die Wette auf, erzielt die Bank einen Gewinn, der Einleger den Zins:
Aus diesem Vorgang ist ersichtlich, dass der Köder des Zinses den Verkäufer täuschte.
Der reale Vermögensgegenstand hat sich nicht verändert, sondern nur seine Bewertung.
Die Geldschöpfungsmacht der Banken erlaubt es ihnen durch Inflationierung der Assetpreise einen Profit zu erzielen (Seignorage), den sie mit dem Einleger - scheinbar - teilen. Wer immer das Aktivum von der Bank zurückkaufen will, ihm fehlt das Geld ... (5)
Will der Bankgläubiger irgendwann Bargeld sehen, so ist dieses erst noch zu beschaffen oder - bei der Notenbank - auch zu drucken. Zum einen können die Banken in diesem Falle durch Verkauf des Aktivums das ausgegebene Geld wieder einziehen, womit die Kundenforderung nur dann ganz vernichtet ist, wenn die Bank auf ihren Gewinn verzichtet. Zum anderen besteht für eine Geschäftsbank die Möglichkeit der Geldbeschaffung bei der Zentralbank. Letztere kauft nun selbst das Aktivum an oder nimmt es - auf dem Kreditwege - als Pfand entgegen. Dafür rückt die Notenbank nun selbst gemachtes Geld heraus. Sie kennt kein Liquiditätsproblem; sie ist - zumindest in der eigenen Währung - dank ihrer Notenpresse immer zahlungsfähig. Die Frage ist nur, was man sich davon noch kaufen kann.
Der zweite Weg zur Gelderzeugung, den sich die Banken eröffneten, wurde schon angedeutet und bezeichnet sich als "Kreditgewährung". Allein die Beschreibung dieses Komplotts als monetärer Gnadenakt stellt die Verhältnisse gänzlich auf den Kopf: Es handelt es sich vielmehr um ein Pokerspiel, bei dem die Einsätze ständig steigen, weil einer erhöht und die anderen mitgehen oder passen. Um nun das Phänomen der Geldentstehung zu entkleiden, fangen wir bei der Notenbank an, die im Gegensatz zu den Geschäftsbanken auch Papiergeld erzeugen darf. Nachdem nämlich die Privatbankiers dem Staat durch Kriege, Zins und Bergregal das Monopol der Geldausgabe trickreich entzogen hatten, trieben sie ihn in die Schuldenfalle. Mit williger Unterstützung seiner Vertreter, die am Geschäft beteiligt waren, hatte der Staat sich fortan sein Geld bei einer privaten Notenbank zu leihen, wofür er seine Steuereinnahmen verpfändete. Unter hochtrabenden Titeln wie Staatsanleihe, Schatzbrief oder Bundesobligation wurden die Schulden der Bürger zu Geld gemacht, anders gesagt ein Papier zum andern. (6)
Anhand einer verkürzten Notenbankbilanz:
Dieser Vorgang ist an Kuriosität nicht zu überbieten: Statt das Zahlungsmittel zins- und schuldenfrei selbst auszugeben, überlässt der Staat dieses Handwerk einer Notenbank, die auf der Aktivseite einen zinstragenden Titel erhält und auf der Passivseite dafür Banknoten in Umlauf bringt. Bei einem Zinssatz von 6% sieht das Ergebnis nach einem Jahr so aus:
Der Souverän war den Bankiers auf den Leim gegangen. Er überließ die Macht der Geldschöpfung privaten Hintermännern, die den Staat um seinen "Münzgewinn" (Seignorage) prellten. Gleichzeitig zwingt der Zins den Staat zu ständiger Aufschuldung; Resultat ist Inflation mit der die Währungshüter (sic!) ihren Gewinn realisieren ... (7)
Auch wenn es so aussieht, als habe die Notenbank ein Aktivum erworben, handelt es sich
doch nur um ein Dokument mit dem der Staat Zins und Tilgung verspricht. Faktisch bilanziert die Notenbank einen Kredit, den nicht sie dem Staate gab, sondern die Teile des Volkes, die mit ihrem künftigen Steueraufkommen für die Schulden gerade stehen. Statt also eigenes hoheitliches Geld auszugeben, hinterlegt der Staat wie gesehen einen Schuldtitel und tauscht ihn gegen Banknoten, die er erhält und dadurch in Umlauf bringt, dass er Güter und Dienstleistungen erwirbt und seine Diener bezahlt. Diese Konstruktion ist allerdings in mancher Hinsicht fatal:
1. Muss der Staat für die Zinszahlungen ständig weiter aufschulden, die Inflation anheizen und die Steuern weiter erhöhen (zugunsten privater Rentiers, den Bondholdern).
2. Würde der Staat seine Schulden vermindern oder zurückzahlen, würde gleichermaßen die ausgegebene Geldmenge sinken und die Wirtschaft kontrahieren, bis zum völligen Erliegen.
3. Ist das bei der Notenbank durch Staatsverschuldung erzeugte Geld (kleiner als 5%) die "Reserve", mit deren Hilfe die Geschäftsbanken ein Vielfaches an Geld (Giralgeld, größer als 95%) vorzaubern.
Nun also zu den Geschäftsbanken, die ebenfalls so tun, als ob sie es sind, die einen Kredit vergeben. Tatsächlich erzeugen sie nur Buchgeld, das sie zwischen den Konten ihrer Kunden hin und her schieben, wobei der jeweilige Guthabenbesitzer der eigentliche Kreditgeber ist. Schuldner ist der Kreditnehmer, der sein Hab und Gut verpfändete, um an das virtuelle Geld (Verrechnungseinheit) zu kommen, das nicht er erzeugen darf, sondern eben nur die Banken, weil diese über den privilegierten Zugang zur Notenbank verfügen. Das Quasimonopol verhilft ihnen dabei zu ihren weihevollen Titeln als Kreditinstitut oder Finanzintermediär. In Ehrfurcht erstarrt tritt der Bürger seine Geldschöpfungspotenz zum zweiten mal ab, und die Geschäftsbanken dürfen nun ihren Teil der Seignorage realisieren.
Mit Hilfe der Buchführung erklärt, löst sich das Geheimnis wie folgt auf:
Aus dem Nichts erzeugt die Bank virtuelles Geld, dadurch dass der Schuldner sein Eigentum verpfändet, "Kredit erhält", und dafür auf seinem Girokonto ein Guthaben auftaucht. Kauft der Kreditnehmer A nun eine Ware oder Dienstleistung von B, wird umgebucht:
Hier wird ersichtlich, dass eigentlich B jetzt Kreditgeber ist. Überweist B nun an C, der sein Konto bei einer anderen Bank führt, wird es nur scheinbar komplizierter:

Sollte die künstliche Verrechnungseinheit schließlich zufällig oder glücklicherweise wieder auf das Konto von A kommen, kann dieser seinen Kredit tilgen und das virtuelle Geld wird wieder vernichtet; was allerdings neben dem Geld dann fehlt, sind die Zinsen; beides ist nur durch einen neuen Verschuldungsakt irgendeines Wirtschaftsteilnehmers beizubringen.
Wenn allerdings ein anderer spart, also sein Geld gegen Zins, dem Anteil an der Seignorage auf seinem Konto belässt, dann fehlt auch diese Summe und muss durch neue Verschuldung aufgebracht werden. Auf diese Weise türmen sich in den Bankbilanzen - links die Schulden der Kreditnehmer, rechts die Forderungen der eigentlichen Kreditgeber - immer weiter auf ... (8)
Wie die Notenbanken aus den Staatsschulden, schöpfen die Geschäftsbanken aus den Schulden der Privatwirtschaft ihre eigene Form des Geldes, es heißt Giralgeld. Solange weder ein Kunde noch eine andere Bank Bares sehen will, ist die einzelne Bank in ihrer Kreditschöpfung nur noch durch die Anforderungen der Mindestreserve begrenzt. (Die Mindestreserve ist eine Pflichteinlage der Geschäftsbank bei der Notenbank für bestimmte Einlagen.) Wenn nun aber ein in der Regel nur kleiner Bruchteil der Geschäftspartner auf Zahlung in Notenbankgeld besteht, ist dieses auf drei Wegen zu beschaffen:
1. In Form von Bargeld, dass die Kunden bei der Bank einzahlen. Der Zins ist hierbei erneut der Köder, womit sich Bank und Kunde die Seignorage teilen.
2. In Form von Guthaben bei der Zentralbank (Freie Liquidität) über die man noch verfügt, oder über andere Banken die ihre Überschussreserven auf dem Interbankenmarkt anbieten.
3. Durch Hinterlegung von Staatstiteln bei der Zentralbank, die dafür eine Kontogutschrift erteilt. Die Bank greift hierbei auf ihren eigenen Bestand zurück oder kauft vorhandene Staatstitel am Markt (Monetisierung von Aktiva) und hinterlegt sie dann.
Durch diese Kanäle der Geldbeschaffung besteht für die einzelne Bank grundsätzlich kein Liquiditätsproblem. Da aber die Zentralbank den Geldzufluss zu den Banken insgesamt steuert, konkurrieren die Geschäftsbanken untereinander um die Zentralbankliquidität. Wie hier dargestellt kontrolliert die Notenbank diese über den Ankauf und Verkauf von Aktiva oder die Kreditvergabe. Diese Geschäfte mit den Banken, die bis vor kurzem bevorzugt in Staatstiteln erfolgten, entscheiden über deren Solvenz und damit über die Geldversorgung der Gesamtwirtschaft. Hier ließen die Meister des Geldes bis vor zwei Jahren den Banken lange Leine; seither wird sie eingeholt. (9)
Soweit die Fakten. - Der Rest sind akademische Märchen gut bezahlter und hochgelobter Erzähler, die von den Erfindern einer Wirtschaftswissenschaft in die Welt gesetzt wurden, um die Funktion der Geldwirtschaft zu verschleiern - das Volk hat zu dienen, und darf nicht verstehen; die Puppets und Talking-Heads sind billig gekauft. (10)
Wie geht das Spiel zu Ende? - Ganz einfach: Monopoly endet, wenn ein Spieler alles an sich gebracht hat oder die Bank pleite geht. Das Pokerspiel endet, wenn alle passen und der Vorletzte sehen will. Dann entscheiden die Karten oder der Revolver.
Gibt es Auswege? - Einige, nur die Gewinner unterscheiden sich.
(0) Vgl. Renzension : Weissgarnix.de: What is money von john smithin
(1) Münzen sind eine Form schuldenfreien Geldes, das einen Geldschöpfungsgewinn (Seignorage) abwirft. Der Gewinn besteht aus dem Unterschied zwischen den Produktionskosten des Geldmaterials und dem nominalen Wert, zu dem es in Waren und Dienstleistungen getauscht wird. Der Gewinn fließt im Allgemeinen dem zu, der das Geld in Umlauf bringt, seien es Private, Banken oder Staat. (Tabak zum Beispiel war in den amerikanischen Kolonien eine Form schuldenfrei herausgegebenen Privatgeldes. Sein Wert wurde dadurch reguliert, das man den Tobak einfach rauchte, wenn die Preise stiegen. Grund genug für Englands Banken als Goldmonopolist Krieg zu führen. Die Banken selbst aber gaben lieber Schuldscheine aus, mit denen sie Zahlung nur versprachen.)
(2) Werden die von den Banken in die Welt gesetzten Zahlungsmittel nach und nach in Umlauf gebracht, erzeugen sie eine schleichende Inflation, da einer gestiegenen Geldmenge eine zunächst gleichbleibende Gütermenge gegenüber steht. Werden die Zahlungsmittel allerdings dauerhaft zurückgehalten (gespart), lösen sie bei Verausgabung eine zurückgestaute Inflation aus, sofern die verfügbaren Geldmittel das Marktangebot an Gütern übersteigen.
(3) In einem kürzlich erschienenen Aufsatz meint Andrew Marshall: "The crisis was built into a system which was chaotic in its nature, in which only the very rich were secure. It was a system of periodic crises – 1837, 1857, 1873 (and later: 1893, 1907, 1919, 1929) – that wiped out small businesses and brought cold, hunger, and death to working people while the fortunes of the Astors, Vanderbilts, Rockefellers, Morgans, kept growing through war and peace, crisis and recovery. Globalresearch.ca
(4) Diese Art der Gelderzeugung mittels Luftgeschäften nennt sich bei den privaten Banken vorzugsweise Investmentbanking (vgl. Wikipedia.org: Investmentbanking)
(5) Die Inflationierung der Assetpreise gelingt grundsätzlich dadurch, dass andere Marktteilnehmer ebenfalls mit steigenden Preisen rechnen. Wie beim Monopoly geht die Rechnung dann auf, wenn durch Konzentration der Kontrolle in wenigen Händen eine marktbeherrschende Stellung erlangt wird, die es erlaubt, Preiserhöhungen durchzusetzen. Langfristig werden die Vermögenspreise durch ihren Ertragswert definiert; volkswirtschaftlich durch die nachfragewirksamen Einkommen.
(6) Der genaue Prozess, die Beteiligten und die historische Entwicklung sind am Beispiel der Bank of England, die als Prototyp kontinentaler und amerikanischer Notenbanken gilt, hier dargestellt: Wirtschaftquerschuss.blogspot.com: Bonanza
(7) Dieser Sachverhalt wird an anderer Stelle gerne von einem gewissen Doktor bagatellisiert. bekanntlich bekommen die FED-Eigentümerbanken 6% Dividende auf das gezeichnete (nicht eingezahlte!) Kapital. Seit 1913, als die FED gegründet wurde, sind fast 96 Jahre vergangen; in dieser Zeit hat sich das gezeichnete Kapital, dessen ursprüngliche Summe in etwa der Höhe der Staatsverschuldung entsprach - die Gründer versprachen ja die eigene Haftung -, um den Faktor 268 vervielfacht.
Anhand der Notenbankbilanz drückt sich die seitherige Staatsverschuldung so aus:
Neben den ursprünglich ausgegebenen Noten i.H.v. hier willkürlich gesetzten 100.000 GE alten Geldes wurden also 26.776.000 GE in Form von Staatstiteln oder neuen Banknoten an die Eigentümer der FED transferiert! Mit diesem Geld finanzierten sie ihre politischen und militärischen Operationen (Globalresearch.ca) gemäß einer lange entwickelten und weise protokollierten Strategie.
(8) Damit ist nicht nur der Staat in der Schuldenfalle sondern auch Haushalte und Unternehmen, das gesamte Wirtschaftssystem also. Die Entstehung des Geldes aus einem Zahlungsversprechen der Banken, das die Schuldner zuzüglich Zins erfüllen sollen, führt zu einigen Konsequenzen:
1. Zum ständigen Anstieg der durch Kreditgewährung (oder Monetisierung von Aktiva) erzeugten Geldsummen. Die durchschnittliche Zinshöhe definiert die Mindestrate der Schuldenexpansion. (Die Gewinnerwartung aus der Steigung der Vermögenspreise kann hinzukommen.)
2. Die von den Banken erzeugten Gelder werden nicht nur als Bankeinlagen geführt sondern fließen auch in andere Anlageformen ab. Dadurch erfolgt die Transformation in Wertpapiere und Beteiligungen, Versicherungs- und Pensionsansprüche.
3. Der Anspruch der Gläubiger auf einen Ertrag in Form von Zinsen, Mieten, Pachten oder Gewinnen zwingt die Gesamtheit der Schuldner zum ständig weiteren Aufschulden; bis zur Zahlungsunfähigkeit.
4. Angeregt durch die Geldschöpfungsmacht der Banken teilt sich die Welt - national wie international - in Gläubiger und Schuldner. Die Gläubiger haben eine abgestuft präsente Forderung (Liquiditätspyramide) gegen Schuldner, die den überwältigenden Großteil ihrer Leistungsversprechen erst zukünftig erbringen können.
5. Der Geburtskanal des Geldes bildet auch das Nadelöhr, durch das sich bislang meist die Forderungen der Gläubiger realisieren lassen. Die Schuldverhältnisse werden - durch den Charakter des gesetzlichen Zahlungsmittels - in der Regel erst mit der monopolisierten und flexiblen Verrechnungseinheit aufgelöst. Ihre Schwachstelle ist nicht der Zwang sondern das in sie gesetzte Vertrauen.
(9) Die FED - als Weltreservebank - hat ihren Bestand in US-Staatsanleihen zwischen Ende Mai 2007 und Anfang Oktober 2008 von 790,23 Mrd. $ auf 476,6 Mrd. $ zurückgestutzt (Wirtschaftquerschuss.blogspot.com: Fed bläst mit Vollgas) und damit den Finanzcrash bewusst ausgelöst. Wie gesehen stellen die abverkauften Staatstitel aber die monetäre Basis dar, aufgrund derer die Banken ihre multiple Kreditschöpfung betreiben. Mit dem Verkauf der Anleihen entzog sie dem Bankensystem die Liquidität, was zur x- fachen Kreditkontraktion führte (Volldampf zurück!). Alle anderen Titel, die die FED zwischenzeitlich hereinnahm, blähen zwar die Zentralbankbilanz auf, können aber nicht zur Kreditschöpfung genutzt werden, da sie bis zu 100% an die FED verpfändet sind. Würde der Sondermüll, der ja nur die Bankbilanzen entlasten soll, nämlich ausfallen, hätten die Banken zwar Liquidität, die Notenbank aber einen Nonvaleur.
(10) Ein Beispiel für den akademischen Nonsense ist die sogenannte Passive Giralgeldschöpfung einer Bank, an die sich ein multipler Kreditschöpfungsprozess anschließen soll. Diese Chimäre ist ein geldtheoretischer Spezialfall aus den Zeiten der Golddeckung, an der sich die Geister vollends verwirren. Für die Kreditschöpfung der einzelnen Bank oder ihre Liquidität ist sie besten Falls irrelevant, es sei denn die kleinen Manager glauben an die Großen Erzählungen. Entscheidend ist die manipulierbare Liquidität des Bankensystems.
FESTAN

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